Die Wahlnachlese stand ziemlich am Ende der Tagesordnung einer SPD- Mitgliederversammlung, bei der die Delegierten für die Aufstellung der Landtags- und Bezirkstagskandidaten zu wählen waren. Doch das bayerische Wahlergebnis war Anlass genug, es zum Thema zu machen.
Ortsverein
SPD-Regionalgeschäftsführer Sepp Stapfer war nicht gerade zimperlich, als er meinte, bei der SPD sei nichts da gewesen, was gegen die CDU/CSU vorzubringen gewesen wäre. Auf wen er dabei mit dem Finger zeigte, ließ sich unschwer erahnen. Die Genossinnen und Genossen vor Ort hätten zwar das Mögliche getan, aber das sei zu wenig gewesen, die SPD habe in Bayern zu wenig Einsatz gezeigt.
Auch aus den Reihen der Mitglieder kam Unverständnis, warum zum Beispiel die SPD die im Lentinger Jurafestzelt geplante Großkundgebung abgesagt habe. Eine solche Veranstaltung mitten in Bayern mit einem guten Redner, das wäre was gewesen. Ein SPDler monierte, er habe auf einer Reise während der Wahlkampfzeit im Voralpenland kaum ein SPD-Plakat gesehen. Ortsvorsitzender Christian Tauer nahm für Lenting zumindest in Anspruch, man habe hier das fünftbeste Ergebnis für die SPD im Landkreis Eichstätt eingefahren.
Tauer berichtete auch über die Arbeit im Ortsverein seit seiner Wahl im April. Gut ein Dutzend Sitzungen daheim und auswärts, Sonnwendfeier, Radltour, Jurafeststammtisch, das übliche halt. Auch im Internet sei nun die örtliche SPD, laufend aktualisiert und gut angenommen.
Bürgermeister Ludwig Wittmann ließ sich einmal mehr die Gelegenheit nicht entgehen, über die Gemeindepolitik zu sprechen. Vor allem der Rückgang bei den Steuern bedrücke ihn und die Sorge, sie, “die andern”, könnten ihm auch noch den Rest seiner Rücklagen verbrauchen. Unverständlich nannte es der Bürgermeister, wie sich die Opposition bei den Wasser- und Strompreisen angeblich bürgerfreundlich gezeigt habe. Kurzfristig müssten nun als Folge Steuermittel für den Wasserhaushalt eingesetzt werden. Wie die neue Skateranlage und der Stockplatz angenommen würden, bestätigten seine schon vor sechs Jahren getroffene Standortwahl, die zunächst niedergebügelt worden sei.
Kritik übte Wittmann erneut an der Weiterführung der Nordumgehung Gaimersheim. Nach neuesten Schätzungen würden damit in Richtung Lenting 16000 Fahrzeuge rollen. Die Stadt habe es “wieder einmal geschafft”, bleibe vom Fernverkehr verschont.
Zum Thema Standort einer Realschule im südlichen Landkreis Eichstätt meinte Wittmann, da gehe der Trend Richtung Lenting/Kösching. Die Regierung lasse sich aber Zeit, Lenting stehe weiterhin Gewehr bei Fuß.
Über die hinterlassenen Spuren “jugendlicher Vandalen”, die von der wieder eröffneten Großdisko im Gewerbegebiet abziehen, beklagte sich ein Anlieger. Die Polizei habe erklärt, da sei nichts zu machen. Dazu Bürgermeister Wittmann, der beantragte Diskobus um Mitternacht werde wohl auch wenig Abhilfe bringen.
Zehn Delegierte für die Nominierung der Landes- und Bezirkstagskandidaten stehen dem Ortsverein zu. Gewählt wurden: Christian Tauer, Agnes Hofmann, Monika Greis, Alfred Schlachtmeier, Inge Binder, Erich Schindler, Bernhard Kurz, Heinrich Raab, Wilfried Holzapfel, Ingrid Schindler.
