Warten auf die Abrißbirne

Presse

3D-Ansicht mit Alter Turnhalle (links), BA I (mitte) und neuem BA II (rechts) - (c) Obel & Partner

Anfang August soll es losgehen: Der Bau II der Lentinger Grund- und Hauptschule wird abgerissen, soll einem modernen Neubau weichen. während der Dauer der Bauarbeiten steht eine Containeranlage als Ersatz bereit. Am vergangenen Freitag feierte die Schule nun eine "Abrißparty" mit Feuerwehreinsatz der besonderen Art. Zeit für einen Rückblick in das Lentinger Schulleben.

Lange Zeit fand in Lenting Politik, Schule und Kirche auf engstem Raum nebeneinander statt: Gemeindehaus und Schule standen unmittelbar neben der Lentinger Pfarrkirche, dort, wo heute eine Grünanlage mit in Serpentinen geführter Treppenanlage von der Sakristei und dem Kriegerdenkmal zum Spielplatz beim Pfarrhaus führt. So war denn beispielsweise auch der in den Lentinger Annalen geführte Lehrer Stettmayer (1866-1927) gleichzeitig Gemeindeschreiber und Organist, und der Pfarrer beaufsichtigte gleichsam als "Schulrat" den Lehrkörper.

Das 1827 erbaute Schul- und Mesnerhaus wurde in den Jahren 1875 und 1900 erweitert, war jedoch den stetig steigenden Schülerzahlen (von 102 Schülern Anfang des 20. Jahrhunderts zu 269 Schülern nach dem 2. Weltkrieg) nicht mehr gewachsen. So entschied sich der damalige Gemeinderat am 8. Oktober 1955, die "Villa" an der Bahnhofstraße zu kaufen und dort die Schule unterzubringen. Für acht Schulklassen sah man dort Platz, und der TSV Lenting wollte dort gar eine Turnhalle errichten lassen.

1957 fand dieser Plan eine überraschende Wendung: Ein Jahr zuvor war Franz Binder (SPD, 1914-1980) zum Bürgermeister gewählt worden, und Lenting bekam einen neuen Schulleiter: Ernst Rauwolf (1916-1967). Dieser befand die Lösung an der Bahnhofstraße als zu kleinteilig und präsentierte den Gemeinderäten am Birkner-Steinbruch, damals noch außerhalb des bebauten Gemeindegebietes, einen alternativen Standort für das Schulgebäude, nahezu beliebig erweiterbar.

Gesagt, getan: Im März 1958 stimmte der Gemeinderat für diese "große Lösung", ließ sich vorsorglich noch in einer Bürgerversammlung die Zustimmung der Bevölkerung erteilen, bevor im November 1958 schließlich mit dem Neubau begonnen wurde. Am 5. Dezember 1959 wurde dann der Schulhausneubau einschließlich Turnhalle festlich eingeweiht.


Wird demnächst abgerissen: Der seit 1972 bestehende Bauabschnitt II der Lentinger Volksschule

1972 folgten der (nun zum Abriß anstehende) zweite Bauabschnitt, 1977 der dritte samt Neubau einer Dreifachturnhalle. Damit standen an der Lentinger Volksschule insgesamt 23 Klassenzimmer, fünf Fachräume und zwei Mehrzweckräume für Unterrichtszwecke zur Verfügung. im Jahr 1980 wurde unter Führung des neuen Bürgermeisters Michael Mirlach (CSU) eine Schulsportanlage mit Fußballplatz, Tartanbahn sowie Flächen für Weitsprung, Hochsprung und Basketball eingeweiht.

Das alte Schulgebäude an der Pfarrkirche wurde 1985 abgerissen - bis zum Neubau des Rathauses 1984 in der Nähe der heutigen Schule war bis dahin die Gemeindeverwaltung untergebracht.

Anfang des 21. Jahrhunderts stand die Sanierung des I. Bauabschnitts der Lentinger Schule an. Aber auch am II. und III. Bauabschnitt mußten -insbesondere wegen der zu Bauzeiten modernen Flachdach­konstruktion- ständig Nachbesserungen durchgeführt werden. Nachdem für den Schulstandort Lenting feststand, daß mit den M-Zügen, der Ganztagsschule und der Ernennung zur "Mittelschule" der Bedarf an Klassenzimmern und Gemeinschaftseinrichtungen nicht mehr gedeckt werden kann, entschied sich der Gemeinderat schließlich nach 50 Jahren wieder für eine "große Lösung":

Nach gerade mal 38 Jahren wird Bauabschnitt II abgerissen und neu gebaut. Mit -derzeit- geschätzten 10 Millionen Euro an Baukosten der teuerste Bau in der Lentinger Gemeindegeschichte. Selbst der "Bergfürst" hat "nur" 13,5 Millionen Mark gekostet...


Behelfsunterkunft bis zur Fertigstellung des Neubaus: Containeranlage bei der Alten Turnhalle

 
 

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