Thomas Thöne kritisiert Betriebsverlagerungen der Firma Kessel nach Spanien

Wirtschaft

Thomas Thöne, Bezirksrat

Tief betroffen zeigt sich Thomas Thöne, Abgeordneter im oberbayerischen Bezirkstag und hauptamtlicher Mitarbeiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Regionalstelle Ingolstadt, von der Nachricht, dass etwa 100 lohnabhängig Beschäftigte der Firma Kessel in Lenting ihren Arbeitsplatz wegen der Vertriebsverlagerung nach Spanien verlieren.

Der Sozialsekretär fordert die Firmenleitung der Firma Kessel auf, einen Sozialplan für die entlassenden Beschäftigten zu erstellen. Thöne verweist hierzu auf den Artikel 14 Absatz 2 des Grundgesetzes:

"Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

Der kirchliche Mitarbeiter verweist ferner auf das Wort des Rates der Evanglischen Lutherischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit". Hier ist unter der Randnummer 146 folgendes ausgesagt:

"Für diese neuen Herausforderungen vermag ein Modell "Marktwirtschaft pur" keine zureichenden Antworten zu bieten. Mit einer Herauslösung der Marktwirtschaft aus ihrer gesellschaftlichen Einbettung würden die demokratische Entwicklung, die soziale Stabilität, der innere Friede und das im Grundgesetz verankerte Ziel der sozialen Gerechtigkeit gefährdet werden.
Zudem wäre es gesamtwirtschaftlich fatal, wenn vernachlässigt würde, dass einzelwirtschaftliche Aktivitäten auf unentgeltlich erbrachte gesamtgesellschaftliche "Vorleistungen" (z. B. Lernbereitschaft, Anpassungsfähigkeit, Bereitschaft zur Betriebsloyalität) sowie auf kaufkräftige Nachfrage und langfristige Sparbereitschaft angewiesen sind.
Deshalb ist die Vorstellung, die anstehenden Probleme ließen sich durch eine bloße Anpassung an internationale Wettbewerbsbedingungen und allein schon durch eine Senkung der Lohnkosten lösen, realitätsfern. Ebenso wenig freilich reicht es aus, an allem Bestehenden festzuhalten und jeden sozialen Besitzstand zu verteidigen".

"Im Falle der Firma Kessel hätte ich mir gewünscht", so Thöne, "dass zusammen mit den Mitarbeitenden nach einer Lösung gesucht worden wäre. In vielen Unternehmensbereichen gibt es gute Beispiele dass dies zur Sicherung der Arbeitsplätze und des Standortes geführt hat. Die alleinige Ausrichtung vieler unternehmerischer Entscheidungen am kurzfristigen Gewinninteresse muss ein Ende haben. Die christliche Sozialethik verlangt zu Recht eine Politik des Interessenausgleichs, der sozialen Verantwortung und Gerechtigkeit."

 
 

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