SPD-Unterbezirk setzt voll auf Sven John

Unterbezirk

Der SPD-Unterbezirk Eichstätt setzt auch in den nächsten zwei Jahren voll auf Sven John. Vor zwei Jahren in Grösdorf hatte sich der Eitensheimer noch in einer Kampfabstimmung als Kreisvorsitzender durchsetzen müssen, am Mittwochabend beim Unterbezirksparteitag in Eichstätt war John für die Delegierten über jeden Zweifel erhaben. Von 99 Stimmen erhielt er satte 97. Für John als Chef der Landkreis-SPD, der auch auf oberbayerischer Ebene bereits maßgeblich an einem Arbeitsprogramm der Partei mitgearbeitet hat, dürfte das ein klares Signal für eine Landtagskandidatur im Jahr 2008 sein.

Die SPD hat im Landkreis Eichstätt derzeit 1134 Mitglieder, 140 (11 Prozent) weniger als noch vor fünf Jahren. Kassiererin Beate Ferstl wies darauf hin, dass der Rückgang hauptsächlich durch den Tod langjähriger Mitglieder begründet sei. Die SPD müsse dringend Nachwuchs gewinnen – auch aus finanziellen Gründen. Rückläufig seien die Einnahmen aber nicht nur wegen sinkender Beiträge, sondern auch, weil die Mandatsträger-Abgabe für den Unterbezirk weggefallen sei, seit der Stimmkreis keinen eigenen Abgeordneten mehr hat.

Landtagsabgeordneter Achim Werner aus Ingolstadt firmiert allerdings als "Betreuungsabgeordneter" – und er war auch jetzt nach Eichstätt gekommen. "Ihr habt im Landkreis Eichstätt einen Organisationsgrad, wie es ihn in Bayern nicht noch einmal gibt", sagte er, und staunte zugleich über den guten Besuch des Parteitages: "Das bin ich als Ingolstädter nicht gewohnt." Er selbst werde weiterhin versuchen, so oft wie nur möglich bei Veranstaltungen im Landkreis Eichstätt präsent zu sein: "Ich habe beim Lammabtrieb in Böhming gesehen, welche Show da die Schwarzen abziehen. Wenn da gar kein Sozi da ist, dann ist das schlecht." Auch Sven John erinnerte daran, dass er selbst an zahlreichen gesellschaftlichen Ereignissen im Landkreis teilgenommen habe. Insgesamt war Werner optimistisch für die Zukunft der deutschen Sozialdemokraten: "Wenn die Genossen in Berlin so weitermachen, wie sie jetzt angefangen haben, wird die SPD die prägende Kraft der großen Koalition sein." Auch für die Bayern-SPD sah Werner Hoffnung: "Wir haben unsere Talsohle durchschritten."

Auch Eichstätts Oberbürgermeister Arnulf Neumeyer zeigte sich in seinem Grußwort optimistisch für die Chancen der Bayern-SPD: "Die Leute haben diese Zweidrittelmehrheit jetzt einfach nicht mehr hingenommen." Vom Büchergeld über Verwaltungsreformen bis zur Beamten-Arbeitszeit seien die Menschen vor den Kopf gestoßen worden: "Ich sehe eine Chance auch für die Bayern-SPD, diesen Unmut auszunutzen." Unter großem Applaus würdigte Neumeyer das Engagement des Bundestagskandidaten Michael Kettner aus Neuburg, der trotz seines chancenlosen Listenplatzes "Monate lang durch die Lande getourt ist und manchen Genossen noch mitgezogen hat".

Sven John sagte in der ersten großen Versammlung nach der Bundestagswahl: "Wir haben die Wahl nicht gewonnen, aber wir haben sie auch nicht verloren." Freudig erinnerte er an den Wahlkampfauftritt von Kanzler Gerhard Schröder, bei dem die Amberger-Halle in Kösching die Menschenmassen nicht habe fassen können. Der Bundeswahlkreis, zu dem Eichstätt gehört, habe schließlich das fünftbeste Zweitstimmenergebnis der SPD in Bayern erreicht: "Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können. Das müssen wir auch in den Parteigremien immer wieder deutlich machen."

Die Strategie der SPD im Landkreis werde sein, den Dialog vor Ort mit den Bürgern zu suchen, Perspektiven in der Politik aufzuzeigen und Fachthemen herauszuarbeiten, die dann in der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der neu eingerichtete "Arbeitskreis Bildung" sei da ein Vorbild. Sven John: "Wir möchten mit ihm ein bildungspolitisches Konzept für den Landkreis Eichstätt entwickeln."

Artikel: DONAUKURIER vom 21.10.2005 - Richard Auer

 

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