In die Röhre geschaut?

Landespolitik

Schächterle-PlanDer Schaechterle-Plan - veröffentlicht am 20. Juli 1964 im Donaukurier

Haben Sie am Mittwoch, 30. Januar um 20.15 Uhr die Sendung "Jetzt red i - Europa" aus Eichstätt gesehen? Dann haben Sie erfahren, daß irgendeine europäische Richtlinie der Grund sein soll für die jahrelange Verzögerung und Umplanung der Ortsumfahrung Kösching-Lenting mit Autobahnanschluß Lenting-Ost, nicht aber ein vom bayerischen Landesamt für Umweltschutz kurz vor der Anhörung zur Planfeststellung im Oktober 2005 festgelegtes Biotop.

Kein Wort darüber, daß das Grundstück, auf dem dieses Biotop entstand, vor ein paar Jahren zum Zwecke des Straßenbaus aus Privatisierungserlösen vom Freistaat erworben, dann aber nicht mehr gepflegt und bewirtschaftet wurde, so daß es verwilderte und ein einzelner Natur- und Vogelschützer eines Tages glaubte, das Zwitschern eines Zaunkönigs gehört zu haben.

Dies hatte zur Folge, daß das entdeckte Biotop brach bleibt und seit zwei Jahren an einer neuen Trasse gebastelt wird, die näher an der Köschinger Wohnbebauung liegt und daher nicht gern gesehen ist. Man war der Meinung, in Kösching hätte man sich mit dieser Situation abgefunden. Weit gefehlt. Plötzlich bat nun der Köschinger Bürgermeister seinen Parteikollegen Bundesminister Seehofer darum, die Trasse wieder zurückzuverlegen.

Seehofer sicherte seine Hilfe zu. Sollte dies aber tatsächlich geschehen, ist eine weitere zeitliche Verzögerung vorprogrammiert. Warum aber geschah dies nicht schon vor zweieinhalb Jahren?

Übrigens - ebenfalls bemerkenswert - unser Bürgermeister konnte bei der BR-Veranstaltung nur anwesend sein, weil er sich selbst dazu einlud. Das zugesagte Rederecht wurde ihm trickreich nicht gewährt...

Angemerkt:

Es war Mitte der sechziger Jahre im vorigen Jahrhundert, da erkannte im Zeitalter der zunehmenden Motorisierung und Modernisierung eine vorausdenkende Generation von Kommunalpolitikern die auf uns zukommende Verkehrssituation und die mit ihr verbundenen Probleme, falls man ihnen nicht zur rechten Zeit zu Leibe rücken würde. Der Landrat von (damals noch) Ingolstadt namens Stinglwagner beauftragte einen Architekten namens Schaechterle mit der Ausarbeitung eines Verkehrsplans für die nächsten Jahrzehnte. Dieser tat es. Seitdem gibt es den sogenannten Schaechtlere-Plan mit der Ortsumfahrung Lenting-Kösching - auf Papier. Und da ist er immer noch - Papier ist ja geduldig.

 
 

Aktuelles

Bundeskanzlerin Merkel und FDP-Chef Lindner haben zur Digitalisierung Deutschlands in den letzten Monaten große Ankündigungen gemacht. Davon ist bei den "Jamaika"-Sondierungen wenig zu sehen, kritisiert Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Mit "Trippelschritten" könne Deutschland seinen gewaltigen Rückstand nicht aufholen. "Im Bereich Digitalisierung wagt Jamaika keinen großen Wurf. Das Zukunftsthema Nummer eins wird wie ein Randthema behandelt.

Laut einer aktuellen Schätzung sind in Deutschland etwa 860.000 Menschen wohnungslos, Tendenz steigend. Trotz wachsender Zahlen von Baugenehmigungen und fertiggestellten Wohnungen ist offensichtlich, dass sich der Ausstieg der öffentlichen Hand aus dem Wohnungsbau nun in steigender Wohnungsnot niederschlägt. "Die SPD-Bundestagsfraktion sieht dringenden Handlungsbedarf für mehr sozialen Wohnungsbau. Wir wollen deshalb den von Bundesbauministerin Hendricks eingeschlagenen