In der Presse: Kampf um Chefsessel im Rathaus läuft

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Christian Tauer von der SPD stellte sich als erster Kandidat für die Lentinger Bürgermeisterwahl vor

Mit so starkem Zulauf hat eigentlich niemand gerechnet. Über 150 Besucher drängten in den Lukassaal, um zu hören, was der Bürgermeisterkandidat der SPD im Sinn hat. Christian Tauer erklärte es erstaunlich locker, in freier Rede und gut formuliert.

Die Plätze im Saal sind frühzeitig besetzt, mit zusätzlichen Tischen und Stühlen werden alle Flächen und Ecken genutzt. Die Eingangstür bleibt offen, denn selbst im Gang stehen noch Leute. „Beeindruckend, so eine Kandidatenvorstellung habe ich noch nicht erlebt“, bemerkt auch Andrea Mickel, die Bürgermeisterin von Gaimersheim.

Als Grußrednerin wünscht sie Tauer den erstrebten Erfolg, den Lentingern „nach so guten Erfahrungen“ weiterhin einen SPD-Bürgermeister. Dies auch in eigener Sache von wegen weiterer „guter Zusammenarbeit“, hebt sie noch hervor. Diesen Wunsch hat auch der Landtagsabgeordnete Achim Werner, der den Kandidaten als zuverlässig, zielstrebig und sehr solide schon eine ganze Weile kennt.

Zum nachbarschaftlichen, nicht immer stimmigen Verhältnis Ingolstadt-Lenting räumt Werner ein, nicht alles sei nachvollziehbar, was die Stadt besonders mit der Umleitung des Verkehrs den Lentingern da zumute. Das Thema hat vorher Bürgermeister Ludwig Wittmann mit ein paar Schüssen in Richtung Ingolstadt angeschnitten.

Abgesehen von solchen gewollten „Nebengeräuschen“ setzt sich Wittmann in seiner Vorrede für einen fairen Wahlkampf ein. Die Kommunalpolitik müsse für den Bürger offen bleiben, ohne Geheimnistuerei. „Meine Prämisse ist immer gewesen, die Finanzen in Ordnung zu haben“, sagt der Bürgermeister unter anderem zu seinen 18 Amtsjahren.

Im Mittelpunkt steht natürlich Kandidat Christian Tauer mit seiner persönlichen Vorstellung und den Erläuterungen, wie und wo er die Dinge anpacken wolle. Es sind an die 20 Themen und Vorhaben vom Autobahnanschluss Lenting-Ost in Verbindung mit dem Gewerbegebiet bis zur eigenen Wasserversorgung bei niedrigem Preis.

Die neuerliche Verschuldung infolge des „hervorragend gelungenen“ Neubaus im Schulbereich hatte Bürgermeister Wittmann nach Jahren des schuldenfreien Wohlstands als sinnvoll und zweckdienlich bezeichnet. Für Tauer war es der Anlass, die Reduzierung dieser Pro-Kopf-Verschuldung als Ziel anzupeilen. Die neuerliche Bildung von Rücklagen gehöre da ebenfalls dazu.

Die aktuell entstehenden Verkaufsläden im Norden, von ihm einst wegen der „nicht gelungenen Architektur“ im Gemeinderat kritisiert, könne man nachgebessert jetzt hinnehmen. Was den regionalen Busverkehr betreffe, sei er bei nunmehr vier Linien durch Lenting für einheitliche Tarife, erforderlich insbesondere mit Blick auf die Schülerbeförderung.

Den Erhalt des Mittelschulzentrums Lenting mit den M-Klassen hält der Kandidat für selbstverständlich. Ebenso den Ausbau der Mittags- und Ganztagsbetreuung oder ein Gesamtkonzept im Landkreis für Seniorenbetreuung. Für ganz wichtig hielt er auch den zügigen Abschluss des Flächennutzungsplans samt weiterer Bebauung sowie Schutzzonen wie Bachaue und eine Reihe von Straßenbaumaßnahmen.
In diesem Sinne würde er, erklärt der Notarfachangestellte zum Abschluss seinen Zuhörern, „sechs Jahre gerne mit Ihnen verbringen.“ Viel Beifall. Wie er sehe, habe Tauer alle Themen zur allgemeinen Zufriedenheit angesprochen, setzte auch Bürgermeister Wittmann einen Schlusspunkt.

Quelle: Donaukurier, Bild & Text: Hans Greis

 
 

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