Chemische Stoffe in unserem Grundwasser

Umwelt

"Information über wasserrechtliche Erlaubnis zum Einleiten von Stoffen in das Grundwasser mit dem Einsatz von chem. Härtestabilisatoren an der NBS Nürnberg-Ingolstadt" - so stand der Vorgang am 14. Dezember 2007 auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Auch wenn er geschickt als Information getarnt war, löste dieser Vorgang an der ICE-Neubaustrecke doch erhebliche Bedenken aus.

Die Gemeinde wurde informiert, daß an der ICE-Bahnlinie, am Rande des Schutzgebietes für die Wasserversorgungsanlage der Gemeinde Lenting, sogenannte chemische Härtestabilisatoren in das Grundwasser eingeleitet würden. Punkt. Um damit Kosten zu sparen, das stand nicht dabei.

Dabei hatte der Gemeinderat in der Sitzung vom September dieses kostensparende Verfahren einstimmig schon abgelehnt, weil zu viele unbekannte Faktoren im Spiel seien. Unter anderem könnte sich -so wurde befürchtet- der biologische Abbau dieser "Bodenstabilisatoren" über Jahre hinziehen. Vereinfacht gesagt sollen mit solchen chemischen Stoffen im ICE-Tunnelbereich Kalkablagerungen usw. vermieden werden.

Im Mitteilungsblatt der Gemeinde wird regelmäßig der Härtegrad unseres Trinkwassers bekannt gegeben, beispielsweise zur Erleichterung der Dosierung von Waschmitteln. Den Daten ist zu entnehmen, daß bei uns ein sehr hartes Wasser aus der Leitung kommt. Hart heißt, der Calciumanteil ist sehr hoch, was sich nachteilig auf das Leitungssystem auswirken kann.
Dieses Problem taucht auch im Entwässerungssystem der ICE-Trasse auf, das heißt, die Kalkablagerungen bilden Versinterungen in den Entwässerungsrohren, so daß diese dicht machen und somit ihren Effekt verlieren.

Es gäbe eine mechanische Methode zur Aufrechterhaltung einer funktionierenden Entwässerung. Die Bahn möchte aber chemische Mittel einsetzen. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn die Unbedenklichkeit durch eine jahrelange Anwendung nachgewiesen werden könnte.

Dem ist aber nicht so, so daß unsere Gemeinderatsfraktion höchste Bedenken gegen die als Versuch ausgewiesene Anwendung vorgebracht hat, weil sie eine Beeinträchtigung unserer Trinkwasserqualität befürchtet. Der gesamte Gemeinderat sah dies genauso und lehnte die Einleitung von solchen Chemikalien ab.
Das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt stimmte dieser Art von Beseitigung als "Sickerwasser" jedoch zu, das Landratsamt erteilte im November 2007 die Erlaubnis, samt Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde und der Abteilung Gesundheitswesen. Das Landratsamt machte zwar die Einschränkung, solange keine Gründe des Gemeinwohls und insbesondere "die Gefahr wesentlicher Dauerschäden" nicht entgegenstehen. Aber was, wenn sich dann doch eine Gefahr auftut?
Es wird schon nichts passieren, hoffen sie alle da oben. Die Genehmigung gilt bis 30.11.2009.

Unter fachlicher Beratung unseres Gemeinderatskandidaten Dr. Heribert Lorenz erstellte die Gemeindeverwaltung Anfang Januar einen Fragenkatalog, der an die Fachbehörden zur Beantwortung geschickt wurde. Eine Antwort ist bis jetzt nicht eingetroffen.

 
 

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